Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Weshalb regiert die Kettensäge?

Unser Verlangen nach Fleisch, Agrartreibstoffen und Tropenholz erzeugt Druck auf die tropischen Regenwälder, es regiert die Kettensäge, Feuerwalzen planieren das Land. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, werden ständig neue Flächen benötigt, für Tierzucht und Plantagenwirtschaft. Dadurch wird noch mehr Regenwald vernichtet, noch mehr Arten verschwinden. So geht es immer weiter – ein Teufelskreislauf. Gründe für die Zerstörung der tropischen Regenwälder sind unter anderem:

Bevölkerungswachstum

Als einer der Hauptgründe für die Vernichtung der tropischen Regenwälder wird häufig das starke Bevölkerungswachstum in den Ländern des Tropengürtels genannt. Unweigerlich sind mit steigender Bevölkerungszahl Hunger und Armut der Menschen verbunden.

Unweigerlich? Wohl kaum. Denn würden die Regierungen den Wald zum Wohl der eigenen Bevölkerung roden, gäbe es dort, betrachtet man die enormen Waldverluste der vergangenen Jahrzehnte, sicherlich keinen Hunger und keine Armut mehr.

Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Die Wirklichkeit sieht so aus: Soja, Palmöl und Orangen sind landwirtschaftliche Produkte, die zwar auf ehemals von tropischen Regenwäldern bedeckten Flächen angebaut werden, aber nicht der Ernährung der einheimischen Bevölkerung dienen.

Bild: Straßenbau

Straßenbau in Französisch-Guayana (2004): Mit dem Bau von Straßen beginnt die Zerstörung tropischer Regenwälder. Die Straßen haben eine öffnende Funktion, das heißt, sind die Straßen erst einmal gebaut, dann ist es leicht für Siedler, Jäger, Holzfäller und Goldgräber in die Wälder einzudringen.

Massentierhaltung

Stattdessen werden diese Produkte in die USA, Europa und Japan exportiert. Soja und Palmöl landen in den Futtertrögen der US-amerikanischen und europäischen Massentierhaltung, das Fleisch brasilianischer Rinder wird zu Haustierfutter verarbeitet, Kaffee und Kakao finden sich in den Regalen unserer Supermärkte wieder. Resultat: In Brasilien, einem der weltweit führenden Futtermittelexportländer, leiden, wegen schlechter Ernährung, 60 Prozent der Bevölkerung an Mangelerscheinungen!

Zum Thema "Massentierhaltung"

Unsere Viehbestände sind übrigens viel zu hoch, als dass sie noch von einheimischen Futtermitteln ernährt werden könnten. Ohne die Importe von Futtermitteln (Soja), die auf ehemaligen Tropenwaldflächen angebaut wurden, könnten unsere Massentierhaltungen heute nicht existieren!

Export statt Eigenversorgung

Das Prinzip „Export statt Eigenversorgung“ gilt nicht nur für Rohstoffe undTropenholz sondern auch für:

  • Eisenerz, das in großen brasilianischen Minen abgebaut wird,
  • Gold aus zentralafrikanischen Wäldern,
  • Erdöl aus dem ecuadorianischen Amazonasgebiet oder
  • Tropenholz aus den Wäldern Indonesiens, Kameruns oder der Elfenbeinküste, das zu japanischen Essstäbchen, Zeitungspapier oder Holz für europäische Parkettböden verarbeitet wird.

Alles Dinge, die gewinnbringend exportiert werden. Und trotzdem geht es den meisten Menschen in diesen Ländern schlecht! Woran liegt das? Erstens profitieren von den Exporterlösen nur die kleinen aber mächtigen Eliten in diesen Ländern. So gehören in Brasilien 80 Prozent des fruchtbaren Lands nur fünf Prozent der Bevölkerung. Beispielsweise ist der weltweit größte Sojafarmer zugleich Gouverneur des waldreichen brasilianischen Bundesstaats Mato Grosso, und sein Umweltminister ist ein Sägewerkbesitzer. Alles in einer Hand!

Zweitens sind die Preise, die wir für importierte Rohstoffe und Erzeugnisse aus tropischen Ländern bezahlen, viel zu niedrig, da sie eben nicht die Kosten für die begangene Umweltzerstörung enthalten. Hinzu kommt, dass die Menschen für einen Hungerlohn beinahe wie Sklaven arbeiten und die Regierungen den Raubbau an den tropischen Regenwäldern mit viel Geld subventionieren. Mit Ausnahme einer brasilianischen Firma ist beispielsweise die Sojaproduktion fest in der Hand ausländischer Unternehmen.

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