Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Rohstoffe aus dem Regenwald

Für die Gewinnung so ziemlich aller Rohstoffe, die wir in Deutschland nachfragen, wird irgendwo auf der Welt die Natur zerstört, und, wie die folgenden Beispiele zeigen, häufig auch tropische Regenwälder.

Coltan

Was hat das Handy mit der Zerstörung des Regenwalds zu tun? Die Antwort lautet: Ein Handy enthält Coltan. Coltan ist ein Roherz, aus dem das seltene und teure Metall Tantal gewonnen wird. Tantal begegnet uns im täglichen Leben als unverzichtbarer Bestandteil von Mobiltelefonen, Computern und Spielekonsolen. Mit Coltan lässt sich also viel Geld verdienen.

80 Prozent des weltweit vorhandenen Coltans sollen in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) im Boden lagern, darüber tropische Regenwälder. Ein UN-Bericht zur illegalen Ausbeutung von Rohstoffen in der DR Kongo stellt fest, dass das Ziel des Krieges die Kontrolle und die Ausbeutung von fünf namentlich genannten Rohstoffen ist: Diamanten, Gold, Kupfer, Kobalt und Coltan. Dafür müssen viel Menschen sterben, es ist die Rede von fünf Millionen Toten beim Kampf um die Kontrolle des Coltans und die anderen Reichtümer der Region.

Eisenerz

Die größte Grube der Welt liegt in Südamerika: Carajas im brasilianischen Bundesstaat Para. Jährlich werden dort 50 Millionen Tonnen Eisen und 10 Tonnen Gold gefördert, dazu 360.000 Tonnen Aluminium produziert.

Um diese Erzmine herum, die inzwischen fast so groß wie Bayern ist, haben sich unzählige kleine Eisenhütten angesiedelt, die Eisen aus dem Erz schmelzen. Um eine Tonne Roheisen herzustellen, müssen 3,1 m³ Holzkohle verfeuert werden, und dazu werden die Holzvorräte Amazoniens hemmungslos verfeuert. Dieses Holz ist günstiger als Holz aus Plantagenwirtschaft!

Gold

„Erdfresser“ nennen die Indianer die Goldgräber, die das artenreichste Ökosystem in diese Mondlandschaft verwandeln. Die Goldgräber zerstören nicht nur die Regenwälder sondern vergiften auch die Bäche und Flüsse. Mit Hilfe des hochgiftigen Quecksilbers wird das Gold aus dem Gestein herausgelöst. Das Quecksilber vedunstet, entweicht in die Flüsse oder sinkt auf den Boden. Wo immer giftiges Quecksilber ins Wasser gelangt, sterben die Tiere. So wird dadurch z.B. der seltene Amazonas-Delphin an den Rand des Aussterbens gedrängt.

Erdöl

Das Schmieröl der westlichen Zivilisation wird auch aus den Böden der Tropen geholt: Erdöl. Trotz eklatanter Verstöße gegen die bei solchen Projekten üblichen Weltbankstandards und gegen internationale Proteste, halten Staaten und Banken an unsinnigen, die Umwelt zerstörenden Projekten fest. Ein trauriges Beispiel mit deutscher Beteiligung ist der Bau einer Erdölpipeline quer durch ganz Ecuador.

Vorschaubild Ölsee

Ölsee mitten im ecuadorianischen Regenwald (© 2002 Dr. Cornelia Dziedzioch, Ecuador)

Beim Bruch einer Pipeline sind im ecuadorianischen Amazonasbecken im Dezember 2006 nach offiziellen Angaben etwa 700 Barrel (ca. 111.300 Liter) Rohöl ausgelaufen. Bewohner bezweifelten jedoch die Angaben der staatlichen Ölgesellschaft Petroecuador, sie schätzten, dass bei dem Unfall in der Region "Sacha Central" bis zu 2.000 Barrel in den Regenwald gelangt seien.

Ölunfälle sind in den ökologisch besonders sensiblen Regenwäldern, in denen seit 1972 Öl gefördert wird, an der Tagesordnung. In weiten Gebieten sind die Böden bereits stark belastet. Heftige Regenfälle haben bereits einen erheblichen Teil der dickflüssigen Masse in kleine Bäche gespült.

Von dort aus gelangt das Öl in größere Flüsse, die schließlich in den Amazonas münden. Die Säuberungsarbeiten nehmen in der Regel Monate in Anspruch. Dabei kann im Durchschnitt höchstens ein Drittel des ausgelaufenen Öls wieder eingesammelt werden. Helfer hätten mit Öl verschmierte Fische und Krokodile gewaschen, dennoch haben die Tiere kaum eine Überlebenschance.

Das traurige Ende der Yasuní-ITT-Initiative

Im Amazonastiefland im Osten Ecuadors an der Grenze zu Peru im Norden liegt der Nationalpark Yasuní (Yasuní). Generel gilt die Region um den Nationalpark als ein Zentrum der Artenvielfalt, als eine der artenreichsten Regionen der Welt. Problem: Das zweitgrößte unerschlossene Ölfeld Ecuadors liegt unterhalb des weitgehend intakten nordöstlichen Teils des Nationalparks, der sogenannte "ITT"-Block mit dem Ishpingo-, Tambococha- und Tiputini-Ölfeld.

Nach starkem internationalen Widerstand gegen Ölbohrungen in Yasuní, machte der Präsident von Ecuador, Rafael Correa, der UNO im Jahr 2007 einen interessanten Vorschlag. Das Öl wird dauerhaft nicht gefördert und Yasuní bleibt unberührt, dafür erhält Ecuador im Austausch eine finanzielle Entschädigungvon der internationalen Gemeinschaft oder aus dem Handel mit Zertifikaten für Kohlendioxid-Emissionen.

Im August 2013 hat Rafael Correa die Yasuní-ITT-Initiative für gescheitert erklärt: „Die Welt hat uns im Stich gelassen“, so Correa. Bisher wurden nur rund 340 Millionen Euro zugesagt und sogar nur 13 Millionen eingezahlt.

Mehr Infos in der Rubrik "Aktuell - Das traurige Ende der Yasuní-ITT-Initiative".

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