Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Klimawandel als Folge der Regenwaldzerstörung

In der Klimadiskussion zeigt sich, der tropische Regenwald ist für das Weltklima heute wichtiger denn je. Viele Wissenschaftler sind überzeugt, dass Waldschutz die einfachste Maßnahme für den Klimaschutz ist. Holz besteht zum größten Teil aus reduziertem Kohlenstoff, von dem der Sauerstoff während der Photosynthese abgespalten wurde. Kohlenstoff, der im Holz gebunden ist, hat keinen negativen Einfluss auf die Erwärmung der Atmosphäre.

Kohlenstoff im brasilianischen Amazonas-Regenwald

In einem Quadratkilometer Amazonas-Regenwald sind ungefähr 20.000 Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Insgesamt ergibt das für den gesamten Regenwald am Amazonas eine Menge von 85 Milliarden Tonnen gespeicherten Kohlenstoffs. Zum Vergleich: Unsere einheimischen Wälder speichern nur etwa 12.000 Tonnen Kohlenstoff pro Quadratkilometer. Die gesamte deutsche Waldfläche bindet etwa 1,1 Milliarden Tonnen Kohlenstoff.

In keinem terrestrischen Ökosystem ist mehr Kohlenstoff gespeichert als in dem verbliebenen Holz der noch vorhandenen Wälder: etwa 530 Milliarden Tonnen. Das sind 82 Prozent allen Kohlenstoffs, der in der Biomasse der Erde (650 Milliarden Tonnen) gespeichert ist. Allein in der Biomasse der Regenwälder Amazoniens steckt so viel Kohlenstoff wie die gesamte Menschheit in 10 Jahren verbrennt.

Wir brauchen mehr Wälder, nicht weniger!

Wenn es gelänge die bestehende Waldfläche zu vergrößern, dann könnte bei gleichbleibendem Energieverbrauch die Erderwärmung verlangsamt werden. Der Klimawandel würde dadurch zwar nicht gestoppt aber wenigstens verzögert. Dies zeigt eine aktuelle Studie von G. Bala aus dem Jahr 2007.

Leider ist genau das Gegenteil der Fall. Die bestehende Waldfläche wird nicht vergrößert, sondern im Gegenteil verkleinert. Wird die Waldfläche durch Brandrodung verringert, beschleunigt sich die Erderwärmung, denn bei der Verbrennung wird der in der Biomasse gespeicherte Kohlenstoff als Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre freigesetzt. Mit jedem abgebrannten Hektar tropischen Regenwalds sind das etwa 220 Tonnen CO2.

Die Brandrodung der tropischen Regenwälder trägt dadurch insgesamt zwischen 10 und 20 Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei. Studien haben gezeigt, dass 1997 und 1998 bei Waldbränden in Südostasien 15 bis 40 Prozent des weltweit produzierten Kohlendioxids freigesetzt wurden.

Grafik: Treibhauseffekt

Treibhauseffekt durch Brandrodung: Der UN-Klimarat (IPCC) geht davon aus, dass die Brandrodung der tropischen Regenwälder zwischen 10 und 20 Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt beiträgt (Zahlen aus 2009).

Häufig wird bei den Rodungen auch die Bodenflora zerstört. Die Regenwälder auf der Insel Borneo (Indonesien) stehen zu einem großen Teil auf morastigen und sumpfigen Torfböden. Nach der Rodung trocknen diese Böden aus, wodurch ebenfalls große Mengen Kohlendioxid und auch das viel stärkere Treibhausgas Methan freigesetzt werden.

Wirtschaftliche Schäden

Experten schätzen den wirtschaftlichen Schaden pro emittierter Tonne Kohlendoxid auf 20 Dollar. Durch die Umwandlung eines Hektars tropischen Regenwaldes zu Ackerland, ergibt dies einen Schaden von 600 bis 4000 Dollar pro Hektar. Umgekehrt bedeutet dies: Die Funktion der Regenwälder als Kohlendioxidspeicher bringt einen höheren Ertrag als jede andere Form der Bewirtschaftung.

Bei einem von der FAO (Food and Agriculture Organization, Welternährungsorganisation der UNO) angenommenen jährlichen Verlust tropischer Regenwälder von 120.000 Quadratkilometern ergibt dies einen Schaden zwischen 9 und 60 Milliarden Dollar Jahr jährlich. Unglaubwürdig? Nicht, wenn man an die Milliarden-Schäden der Jahrhundertflut in Deutschland im August 2002 denkt!

Agrartreibstoffe und Klimawandel

Bei der Produktion von Agrartreibstoffen entstehen Treibhausgase, die zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen. Zwar entziehen die Pflanzen der Luft während des Wachstums Kohlendioxid, doch wird für die Düngung der Felder sehr viel Stickstoff eingesetzt.

Übermäßig viel Stickstoff wird im Boden zu Lachgas (Distickstoffmonoxid, N2O) umgewandelt, das über die Jahre hinweg ein etwa 300-mal so starkes Treibhausgas ist wie Kohlendioxid. Besonders schlecht schneiden brasilianischer Agrardiesel aus Soja und amerikanisches Agrarethanol aus Mais ab.

Lachgas als Treibhausgas

Neben Kohlendioxid zählen auch Methan und Lachgas zu den Treibhausgasen. Diese Gase besitzen die Eigenschaft, dass sie das von der Erde reflektierte Sonnenlicht absorbieren, was wiederum zur oben genannten Erderwärmug führt. Der Anteil von Lachgas am Treibhauseffekt soll zwar nur sechs Prozent betragen, aber Lachgas wirkt 296-mal stärker als Kohlendioxid.

In einer Studie von P.J. Crutzen aus dem Jahr 2008 konnte gezeigt werden, dass Ethanol aus Weizen und Mais viel schädlicher für das Klima sind als fossile Brennstoffe. Warum? Weil ein Teil des Düngers vom Regen ausgewaschen und anschließend in Lachgas umgewandelt wird. Für amerikanisches Agrarethanol berechneten die Wissenschaftler einen Beitrag zur Erderwärmung, der 50 Prozent über dem von fossilen Treibstoffen liegt.

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