Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Die bitteren Folgen der Regenwaldzerstörung für das Klima

Die feuchtheißen Regenwälder der Tropen nehmen nicht nur "klimaschädliches" Kohlenstoffdioxid (kurz Kohlendioxid) auf, sondern produzieren auch Dunstwolken, die die Erdoberfläche vor weiterer Erwärmung schützen. Denn diese Wolken reflektieren Sonnenlicht, ähnlich wie Schnee- und Eisfelder. Weiterhin wird der Verlust der Regenwälder die Verdunstung reduzieren und damit die Wärmezirkulation verändern, was sich gravierend auf das Klima auswirken könnte. Über dem geschlossenen Kronendach tropischer Regenwälder verdunstet Wasser und steigt als Wasserdampf in Höhen von bis zu 8000 Meter auf.

Mit dem aufsteigenden Wasserdampf wird durch Sonneneinstrahlung an der Erdoberfläche erzeugte Wärmeenergie hoch in die Atmosphäre transportiert. Dort erst bilden sich Regentröpfchen. Die Freisetzung von Wärme in diesen Höhen treibt das Wettergeschehen an und beeinflusst die globale Luftzirkulation. Es ist schwer vorauszusehen, welche Folgen eine Veränderung dieser Zirkulationen für das Klima und insbesondere für die Niederschlagsverteilung auf der Erde hat.

Der Regenwald – die grüne Lunge?

Häufig wird behauptet, die Regenwälder seien die grüne Lunge der Erde, indem sie Sauerstoff frei setzen (und Kohlendioxid binden). Das ist falsch, denn ein "alter", intakter Regenwald produziert genau so viel Sauerstoff (Photosynthese) wie er bei Atmungs- und Zersetzungsprozessen wieder verbraucht. Nur junge, wachsende Regenwälder setzen Sauerstoff in die Atmosphäre frei.

Folgen für das lokale Klima

Fehlen die Wälder, kann der Wasserhaushalt regional empfindlich gestört werden. Verglichen mit den Böden intakter tropischer Regenwälder können die wurzelarmen Böden von Rodungsflächen nur wenig Feuchtigkeit speichern, sie trocknen aus und werden bei starken Regenfällen fortgespült. Es kommt zu Erosion durch oberflächlich abfließendes Wasser. Rodungen und Viehwirtschaft an Hanglagen sind heute für die meisten Erdrutsche verantwortlich.

Trockene (aride) Zonen können dort entstehen, wo tropische Regenwälder zerstört werden. Denn es fehlt die riesige Blattfläche eines geschlossenen Kronendachs, über die in einem tropischen Regenwald Wasser verdunstet wird, das dann Wolken bildet und wieder abregnet. Zum Schaden von Landwirtschaft und Resten verbliebener Vegetation wird es folglich nicht nur trockener, sondern auch heißer.

Madagaskar - ein trauriges Beispiel

Auf Madagaskar wurde in den letzten Jahrzehnten fast sämtlicher Regenwald abgeholzt. Die Auswirkungen für die einheimische Landwirtschaft waren gravierend: Von den abgerodeten, entblößten Berghängen wurde die Erde fortgespült, was zur Verschlammung der in den Tälern gelegenen Reisfelder führte. So muss Madagaskar - früher selbst Reisexporteur - heute Reis importieren!

Übrigens: Kein Wald der Erde wurde so vollständig zerstört, wie der von Madagaskar. Heute sind bereits 90 Prozent (!) abgeholzt.

Tropische Regenwälder sind die Klimaanlage der Erde

Jose Lutzenberger, Träger des alternativen Nobelpreises, auf die Frage, weshalb er sich für den Erhalt der tropischen Regenwälder einsetzt: “Weil der Regenwald unser Leben erst ermöglicht. Durch die gewaltige Verdunstung und Veratmung der tropischen Regenwälder, werden gewaltige Energiemengen umgesetzt, die bis nach Nordeuropa transportiert werden. Der tropische Regenwald ist eine Klimaanlage für den Planeten.“

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