Faszination Regenwald

Bild Zerstörung

Die traurigen Folgen der Regenwaldzerstörung

Die Zerstörung der tropischen Regenwälder hat schlimme Folgen. Und obwohl die tropischen Regenwälder für uns nicht unbedingt um die Ecke liegen, werden wir die Folgen spüren. Wir, das sind die jetzt lebenden Generationen. Noch mehr werden allerdings die uns nachfolgenden Generationen von unserem Raubbau an den tropischen Regenwäldern betroffen sein. Die Folgen sind gravierend:

  • Störung des weltumspannenden Wasserkreislaufs;
  • Vernichtung indigener Kulturen;
  • Freisetzung von Wärme, Kohlenstoffdioxid (CO2) und Methan während der Brandrodungen heizt die Atmosphäre auf;
  • Verlust der einzigartigen Artenvielfalt, das heißt Verlust des Genpools für Arzneimittel (Regenwaldapotheke) und Nahrungsmittel (genetische Armut);
  • Bodenerosion auf den gerodeten Flächen und Wüstenbildung.

Diese Folgen können durch Regenwaldschutz vermieden werden. Naturschutz schafft und erhält Werte. Die Frage nach dem wirtschaftlichen Wert der Natur oder des Naturschutzes ist nur schwer oder gar nicht zu beantworten. Wichtig ist, wem der Wert zugute kommt, wer die Kosten trägt und auf welchen Zeitraum gerechnet wird. Häufig zeigt sich der ökonomische Nutzen der Natur erst nachdem klar ist, welche Kosten durch Naturschutz hätten vermieden werden können.

Ein Beispiel: Kettenreaktion

Als in Indonesien zur Bekämpfung von Stechmücken (Malaria-Überträger) starke Pestizide eingesetzt wurden, war davon auch eine Wespenart betroffen. Die winzigen Wespen verhinderten, dass sich in den Strohdächern der Häuser Schadinsekten ausbreiteten. Nachdem die Wespen durch das Gift getötet wurden, vermehrten sich die Schadinsekten rasant und zerstörten die Dächer, die schon nach kurzer Zeit einstürzten. Gleichzeitig wurde durch das Schädlingsbekämpfungsmittel Tausende von Katzen vergiftet. Dadurch kam es zu einer Rattenplage, der eine Beulenpest-Epidemie folgte (aus BfN-Skript 154).

Doch wer trägt die Kosten für die Regenwaldvernichtung? Lässt sich der Wert eines einzigartigen Ökosystems überhaupt in Zahlen ausdrücken? Wie werden Ökosysteme bewertet? Im Jahr 2005 veröffentlichten die Vereinten Nationen (UN) eine Studie mit dem Titel „Millenium Ecosystem Assessment“, in der die globalen Ökosysteme bewertet wurden. Darin sind Leistungen gelistet, die von unterschiedlichen Ökosystemen erbracht werden und für den Menschen unverzichtbar oder nur mit großem technischem und finanziellem Aufwand zu ersetzen sind.

Und was leisten die Ökosysteme? Sie speichern und filtern Trinkwasser, reinigen die Luft von Schadstoffen, bestäuben Nutzpflanzen (durch Insekten und Fledermäuse), lockern Böden, schützen vor Bodenerosion, steigern der Bodenfruchtbarkeit und entfernen von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Es zeigte sich, dass viele Ökosysteme diese Funktionen nicht mehr vollständig übernehmen können, weil sie bereits zerstört wurden oder noch zerstört werden.

Laut dem amerikanischen Umweltökonomen Robert Constanza von der Universität von Vermont summiert sich der Nutzen, den die Menschheit aus intakten Ökosystemen zieht, auf 33 Billionen Dollar jährlich. Egal wie hoch die Summen wirklich sind. Es ist allerdings klar, dass nachfolgende Generationen mit den Folgen des heutigen, unseres Raubbaus zu leben haben. Wir halten das Schicksal der tropischen Regenwälder in unseren Händen!

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