Faszination Regenwald

Bild Tiere im Regenwald

Gorillas – die sanften Riesen

Gorillas sind die größten Menschenaffen. Bei aufgerichtetem Körper und mit durchgedrückten Knien können Gorillas bis zu 2,30 Meter groß werden. Gorillas haben kurze, breite Hände und Füße. Die Gattung Gorilla umfasst nur eine Art mit zwei Unterarten: 1. Flachlandgorillas (Gorilla gorilla gorilla) und 2. Berggorillas (Gorilla gorilla beringei).

Gorillas gibt es nur in Afrika. Flachlandgorillas finden sich im Flachland im Westen von Äquatorialafrika, Berggorillas im Flachland und Gebirge bis 3500 Meter Höhe in Zentralafrika im Grenzgebiet zwischen Uganda, Ruanda und Demokratischer Republik Kongo (Virunga-Berge).

Die Berggorillas in den Virunga-Bergen leben in kleinen Gruppen (bis zu 50 Tiere), die jeweils von einem kräftigen Männchen, dem Silberrücken, angeführt werden. Jede Gruppe hat eine Heimat, ein eigenes Revier von etwa 25 bis 40 Quadratkilometern Größe. Darin wandert die Gruppe auf der Suche nach Nahrung umher. Erst kürzlich konnte beobachtet werden, dass sich Gorillas auch in Höhlen zurückziehen.

In den Virunga-Bergen essen Gorillas gern das Mark von Bambusstengeln. Ansonsten stehen auch wilder Sellerie, Labkraut, Disteln, Beeren und andere vegetarische Köstlichkeiten auf dem Speiseplan. Fleisch essen Gorillas nur in Gefangenschaft.

Vorschaubild: Gorillagruppe

Gorillagruppe: Eine Gruppe Berggorillas bei der Mittagsruhe. Gorillakinder klettern häufiger auf Bäume als ausgewachsene Gorillas. Die soziale Rangordnung innerhalb einer Gorillagruppe ermöglicht den Tieren ein friedliches Zusammenleben. Gegenseitige Fellpflege ist bei Gorillas verhältnismäßig selten (© 2005 Dr. Johannes Refisch, Bukima, Virunga-Nationalpark, DR Kongo).

Das "Lausen"

Gorillas üben die gegenseitige Haarpflege, das Lausen (Grooming), recht selten aus. Manchmal pflegen sich Mütter und ihre Kinder und auch der Silberrücken, aber nie die halbwüchsigen Männchen.

Häufiger zupfen sich Gorillas Haare aus, kratzen sich und säubern Nase, Ohren und Augen mit dem Zeige- oder Mittelfinger. Mit dem Mund säubern sie nur Fingernägel, nicht das Fell, wie es zum Beispiel Schimpansen tun.

Gorillas sind friedlicher als die meisten Affen und auch als der Mensch. Begegnen sich Gruppen, dann kommt es zwischen den Silberrücken zu Blickkontakten mit kurzem Drohen. Kämpfe bleiben in der Regel aus. Auch gibt es unter den Männchen kaum Streitigkeiten um die Weibchen. Der Silberrücken duldet es, wenn sich rangniedrigere Männchen mit den Weibchen paaren.

Gorilla-Weibchen bekommen alle dreieinhalb bis viereinhalb Jahre Nachwuchs. Die Schwangerschaft dauert knapp achteinhalb Monate, Zwillinge sind eher selten. Die Geburt dauert nur wenige Minuten. Das Weibchen durchtrennt die Nabelschnur und trägt das Neugeborene, das sich nicht allein festhalten kann.

Weibliche Gorillas werden mit sechs bis sieben Jahren geschlechtsreif, die Männchen mit neun bis zehn Jahren. Über das Lebensalter ist wenig bekannt; im Zoo sind Gorillas bis zu 36 Jahre alt geworden.

Vorschaubild: Gorilla

Halbwüchsiger Gorilla: Tagsüber ruhen Gorillas oft längere Zeit am Boden. Gern legen sich Gorillas Blätter als "Schmuck" auf den Kopf. Die Spiele von Gorillakindern ähneln oft verblüffend denen von Menschenkindern (© 2005 Dr. Johannes Refisch, Bukima, Virunga-Nationalpark, DR Kongo).

Der Silberrücken hält seine Gruppe über ein merkwürdiges Imponiergehabe zusammen. Er beginnt mit einer Reihe von Schreien, stellt sich auf die Hinterbeine, wirft Blätter und Zweige in die Luft und schlägt (trommelt) dann mit den Händen mehrmals auf die Brust. Schließlich rennt er auf allen Vieren seitwärts und schlägt mit der flachen Hand auf den Boden. Auch fremde Angreifer werden so wirkungsvoll eingeschüchtert.

Gorilla-Tourismus

In Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo ist es möglich Gorillas zu beobachten. Die Tiere sind dort an Menschen gewöhnt. Gruppen von acht Touristen werden von einheimischen Führern bis auf wenige Meter an die Gorillas herangeführt. Eine Stunde bei den Gorillas kostet pro Person etwa 380 Dollar.

Gorillas wurden etwa 460 Jahre vor Christus entdeckt. Eine von Karthago aus gestartete Expedition traf im heutigen Gabun auf die "riesigen schwarzen Menschen". Die Felle einiger Gorillas kamen mit dieser Expedition nach Karthago. Lebend kamen erste Gorillas erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa.

Vorschaubild: Silberrücken

Silberrücken: Jede Gorillagruppe wird von einem kräftigen Männchen angeführt, dem sogenannten Silberrücken. Das Fell auf dem Rücken dieser Tiere schimmert silbern. Gorillas sind friedlicher als die meisten Affen. Begegnen sich Gorillagruppen, so gibt es keine Kämpfe, sondern die beiden Silberrücken starren und drohen sich kurz an; meistens aber nicht einmal das (© 2005 Dr. Johannes Refisch, Bukima, Virunga-Nationalpark, DR Kongo).

Das Schicksal der Gorillas hängt davon ab wie der Mensch seine Umwelt gestaltet. Die Einsicht, dass sich mit dem Gorilla-Tourismus Geld verdienen lässt, hat immerhin dazu geführt, dass die letzten noch lebenden Berggorillas in den Virunga-Bergen geschützt werden. Gorillas in den anderen Regionen Afrikas werden trotzdem noch massiv gewildert und landen im Kochtopf! Mehr dazu unter http://www.bushmeat-kampagne.de/ (externer Link).

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