Faszination Regenwald

Bild Vielfalt im Regenwald

Verzicht auf Tropenholz ist Regenwaldschutz

Muss die Liege für unseren Garten denn unbedingt aus Tropenholz sein? Oder der Parkettboden im Wohnzimmer? Sicherlich nicht. Wenn wir aber auf Tropenholz verzichten, betreiben wir aktiven Regenwaldschutz, ohne den geringsten Verlust an Lebensqualität. Und ein lebender Baum ist allemal wertvoller als ein totes Stück Holz in Form einer Gartenliege.

Tropenholz ist oft preiswerter als qualitativ vergleichbare heimische Arten, weil die Bäume im Regenwald "kostenlos" geplündert werden. Einheimisches Holz ist teurer, weil in dessen Preis die Kosten für die Pflege der Wälder und die Verwaltung enthalten sind. Dieser Posten fehlt bei Holz aus den tropischen Regenwäldern.

FSC

Und wenn es denn schon Tropenholz sein muss, dann wenigstens Tropenholz mit Zertifikat. Es gibt zahlreiche Tropenholzzertifikate, die jeweils darauf hinweisen, dass die Hölzer nicht aus illegalem Raubbau stammen, sondern aus einem ökologisch und wirtschaftlich nachhaltig kontrollierten Gebiet. Für den Verbraucher ist schwer kontrollierbar, ob jedes Zertifikat auch hält, was es verspricht.

Die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft und diverse Umweltverbände empfehlen derzeit nur ein "zuverlässiges" Zertifikat für Tropenhölzer: das FSC-Siegel.

Das FSC-Siegel

Das FSC-Siegel

FSC - Forest Stewardship Council

Der Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 von Waldbesitzern, Vertretern der Holzindustrie, sozialen Bewegungen und Umweltgruppen als globale, unabhängige Nichtregierungs- und Non-Profit-Organisation gegründet. Ziel des FSC ist es, weltweit eine umweltgerechte, sozial verträgliche sowie ökonomisch tragfähige Waldbewirtschaftung zu fördern.

Der FSC beauftragt unabhängige Organe, um die Befolgung der FSC-Standards vor Ort sowie während der gesamten Verarbeitungskette bis hin zum Endverbraucher zu kontrollieren.

Kritik am FSC

Umweltorganisationen aus acht Ländern kritisieren den FSC, Zertifikate für die Holzplantagen großer Konzerne in Brasilien, Kolumbien, Chile, Ecuador, Irland, Südafrika, Spanien und Uruguay herausgegeben zu haben. Die Umweltorganisationen fordern von der FSC-Geschäftsführung die Rücknahme der FSC-Zertifikate. Nicht eines der Unternehmen erfülle das FSC-Mandat, nur nachhaltige Forstwirtschaft zu unterstützen, heißt es in der Begründung.

Weniger verbreitet als das FSC-Siegel, aber ebenfalls zu empfehlen, ist das Naturland-Siegel. Es garantiert eine streng ökologische Waldnutzung innerhalb Deutschlands und Umweltverträglichkeit bei der Verarbeitung.

Illegaler Holzeinschlag

Nach wie vor werden in einigen Ländern bis zu 90 Prozent des Tropenholzes illegal geschlagen - und dieses Holz trägt sicherlich kein FSC-Siegel. Allein in Indonesien verschwinden jährlich rund 1,5 Millionen Hektar Regenwald. Diese Zahlen verdeutlichen, dass der Verzicht auf Tropenholz immer noch das Mittel der Wahl ist, dem Handel mit illegal geschlagenem Holz entgegenwirken.

Harry Potter und der Regenwald

Für den sechsten Band von Harry Potter ("Harry Potter und der Halbblut-Prinz") betrug der Papierbedarf für die deutsche Erstauflage des Bestsellers 1.500 Tonnen.

Um den Papierbedarf des Bands ohne Kahlschlag zu decken, wurde ein etwa 600 Fußballfelder großer, nachhaltig bewirtschafteter Wald benötigt. Das eingesetzte Papier wurde eigens von der Papierfabrik Schleipen entwickelt. Der Recyclingfaseranteil liegt bei etwa 40 Prozent, die restlichen 60 Prozent bestehen aus FSC-zertifizierten Frischfasern.

Der Carlsen-Verlag kommt mit der Verwendung des Papiers dem Wunsch der Autorin Joane Rowling nach, ihre Bücher weltweit auf ökologisch verträglichem Papier zu drucken.

Neben dem Harry-Potter-Band wurden weitere Bestseller wie "Der Schwarm", "Tintenblut" und "Skogland" auf FSC-Papier gedruckt. Etwa die Hälfte aller Neuerscheinungen an Taschenbüchern tragen das FSC-Siegel, zum Beispiel Taschenbücher des Piper-Verlags und der Randomhouse-Verlagsgruppe.

Ersatz für Tropenholz

Zahlreiche einheimische Hölzer können als Ersatz für Tropenholz verwendet werden. Deshalb kann bedenkenlos auf tropische Hölzer verzichtet werden.

  • Wachsholz statt Tropenholz. Die Firma Dauerholz AG in Dabel (Mecklenburg-Vorpommern) hat ein umweltfreundliches Verfahren entwickelt um einheimische Holzarten so hart und beständig zu machen wie Tropenholz. Das Wachsholz hat ähnliche physikalische Eigenschaften wie Tropenholz und kann dieses im Außen-, Erd- und Wasserbau ersetzen. Bei der sogenannten Wachskonservierung wird das Rohmaterial Holz bis in den Holzkern vollständig mit lebensmittelechtem Paraffinwachs durchtränkt. Es werden nur heimische (zum Beispiel Kiefer, Fichte, Buche, Birke und Pappel), PEFC-zertifizierte Hölzer verwendet. Hohe Druck- und Rutschfestigkeit zeichnen Wachsholz aus, es ist langlebig, wetterfest und formstabil. Das Wachsholz quillt nicht und trocknet nicht aus, weswegen es besonders gut für Terrassendielen geeignet ist.
  • Gartenstühle und Tische aus heimischer Robinie sind genauso wetterfest wie Gartenmöbel aus Teakholz. Als Alternative zum Tropenholz setzt sich die Robinie (Robinia) mehr und mehr durch. Wie viele Tropenhölzer besitzt das Holz der Robinie eine hohe Dichte (deutlich über der der Eiche), hohe natürliche Dauerhaftigkeit (das ist gut für die Verwendung im Garten) und sehr hohe Resistenz gegenüber holzzerstörenden Insekten und Pilzen.
  • Auch der Wohnzimmerschrank aus Teak ist überflüssig. Schwarzer Nussbaum, rötlichgelbe Erle, weißer Ahorn, gemaserte Kirsche und Linde lassen Teak leicht vergessen.
  • Die Fenster eines bayerischen Fachwerkhauses müssen nicht aus Meranti sein. Lärche ist ein gut zum Fensterbau geeignetes einheimisches Holz. Das schwere Eichenholz kann ebenfalls im Außenbereich verwendet werden, es ist witterungsbeständig; für die Rotbuche gilt das nicht.
  • In öffentlichen Gebäuden werden oft pflegeleichte Holzfußböden verlegt. Dazu wird häufig Wenge verwendet, ein hartes und pflegeleichtes Holz aus dem tropischen Afrika, das edel aussieht. Alternativ zu Wenge kann Robinie verwendet werden, die unempfindlich gegen Reinigungsmittel und deswegen auch ideal für Fußböden geeignet ist. Der Preis von Robinienparkett ist vergleichsweise günstig.
  • Im Küstenschutz und Wasserbau wurde und wird Bongossi verwendet, für Uferbefestigungen, Brücken und Stege, Schleusentore oder auch Molenbefestigungen. Der einzige Ersatz für Bongossi im Wasserbau ist die Robinie.

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