Faszination Regenwald

Bild Vielfalt im Regenwald

Der Veggie Day ist Regenwaldschutz

"Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Dieser Satz stammt von einem überzeugten Vegetarier, von Albert Einstein. Auch Thomas D, der Sänger der "Fantastischen Vier" und Solokünstler, ist überzeugter Vegetarier. Es hat sich viel Gutes getan in Sachen fleischloser Ernährung in den letzten Jahren in Deutschland. Trotzdem wurden Bündnis 90/Die Grünen im Bundestagswahlkampf 2013 regelrecht auf die mediale Schlachtbank geführt, weil sie zur Reduzierung des Fleischkonsums einen Veggietag (Veggie Day) in Kantinen gefordert hatten. Ein Tag in der Woche ohne Fleisch – wo bitte ist das Problem?

In Deutschland wurden im Jahr 2009 etwa 60 Millionen Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und Pferde geschlachtet. Dazu rund 8 Millionen Tonnen Geflügel. Ist dieser Wahnsinn ethisch noch vertretbar? Natürlich kann jeder jeden Tag beim Essen selbst entscheiden, ob er der Fleischeslust fröhnt oder nicht. Der Veggie Day ist aber ein Schritt in die richtige Richtung, denn die vegetarische Ernährung bietet ausnahmslos Vorteile:

  • sie erspart Millionen Tieren unsagbares Leid,
  • sie spart Energie, Nahrungsmittel und Wasser,
  • sie belastet das Klima deutlich weniger, und
  • sie schont den Regenwald.

Doch was hat unser Fleischkonsum mit der Zerstörung der tropischen Regenwälder zu tun? Für die Viehhaltung, aber auch für den Anbau der Futtermittel (Soja, Getreide) für das Vieh, werden riesige Flächen tropischen Regenwalds gerodet. Um ein Kilogramm Fleisch zu erzeugen werden 7 bis 16 Kilogramm Getreide benötigt. Auf der dafür notwendigen Fläche ließen sich im selben Zeitraum 200 Kilogramm Tomaten oder 160 Kilogramm Kartoffeln ernten.

Fleisch gewordene Ökobilanz

Während der zwei Jahre dauernden Mast eines Rinds von 600 Kilogramm Gewicht ergibt sich folgende Ökobilanz:

  • Verbrauch von 3,5 Tonnen Soja und anderem Getreide als Futtermittel (zwischen 7 und 16 Kilogramm Futtermittel pro Kilogramm Fleisch),
  • Verbrauch von 600.000 Liter Wasser für den Anbau der Futtermittel,
  • Verbrauch von 14.000 Litern Trinkwasser für das Tier,
  • Verbrauch von 2.500 Litern Treibstoff als Energie für Landrodung, Futtermittelanbau usw.,
  • Freisetzung großer Mengen Kohlenstoffdioxid, Methan und Dung.

Diese Verschwendung für nur 300 Kilogramm Fleisch!

Fleischverzehr ist also die effektivste Form der Nahrungsmittelvernichtung, er verschwendet auch Energie und beeinträchtigt das Klima 13-mal stärker als pflanzliche Kost. In vielen Schwellen- und Entwicklungsländern ist eine "Verwestlichung" der Ernährungsgewohnheiten zu beobachten, das heißt, Fleisch verdrängt die traditionelle Getreidekost. Wegen dieser wachsenden Nachfrage nimmt die Massentierhaltung zu. In China gibt es bereits Mastbetriebe mit einer Million (!) Schweinen.

Für diese Massentierhaltungen müssen Futtermittel angebaut werden. Damit die Futtermittel angebaut werden können, müssen Flächen bereit gestellt werden. Deswegen werden die tropischen Regenwälder gerodet, um auf den kahlen Flächen Futtermittel für die Massentierhaltung zu erzeugen. Die Folgen sind dramatisch, für die Umwelt und für die Kleinbauern, die vom Markt verdrängt werden.

Schätzungen gehen davon aus, dass im Jahr 2050 etwa neun Milliarden Menschen auf der Erde leben werden. Möglicherweise kann die Welt neun Milliarden Vegetatier ernähren, neun Milliarden Fleischesser wohl kaum. Der Journalist Siegfried Pater aus Bonn bringt es auf den Punkt: "Wenn wir in einen Hamburger beißen, dann fressen wir uns wie Termiten durch den Urwald!" Das sollte doch ein Anreiz zur vegetarischen Ernährung sein.

Vorschaubild: Deutscher Durchschnittsverbrauch Fleisch

Deutscher Durchschnittsverbrauch Fleisch
(Grafik: Creative Commons (CC-BY-SA) Heinrich-Böll-Stiftung, BUND, Le Monde diplomatique)

Weniger is(s)t manchmal mehr

Im Schnitt verzehrt jeder Deutsche jährlich 62 Kilogramm Fleisch, das sind 170 Gramm am Tag, und das ist mehr als das Doppelte als Ernährungsexperten empfehlen. Durchschnittlich isst jeder Bundesbürger im Laufe seines Lebens 1094 Tiere, das sind 4 Kühe oder Kälber, 4 Schafe, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und 945 Hühner. Hinzu kommen noch unzählige Fische und andere Meerestiere.

Unser Fleischkonsum sollte dringend neu justiert werden. Deswegen muss nicht jeder gleich zum Vegetarier werden, immerhin leben in Deutschland bereits gut fünf bis sechs Millionen davon. Aber einen Tag in der Woche auf Fleisch zu verzichten wäre doch ein guter Anfang.

Froschschenkel

Ach, und übrigens: Jährlich werden 4600 Tonnen Froschschenkel aus Indonesien in die EU geliefert. Dafür sterben etwa 100 bis 200 Millionen Frösche – qualvoll!

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