Faszination Regenwald

Bild Nutzpflanzen

Zimt

Der Zimtbaum ist ein immergrüner (das heißt, er wirft nie alle seine Blätter zur gleichen Zeit ab), etwa 10 bis 12 Meter hoher Baum mit rötlicher Rinde. Die Blätter sind oval, glänzend, im Austrieb rötlich und nach Zimtöl duftend. Sehr unscheinbar und klein sind die blassgelben Blüten, die von Insekten bestäubt werden. Im Gegensatz dazu werden die birnenförmigen, dunkelgrün bis braunrot gefärbten Früchte sehr groß.

Die Heimat des Zimtbaumes liegt in Sri Lanka, dort wird er von der Ebene bis in eine Höhe 2000 Meter über Null angebaut. Heute wird der Zimtbaum in vielen tropischen Ländern kultiviert.

Zimtbaum

Zwei Arten werden wirtschaftlich genutzt: der Zeylonzimtbaum (Cinnamomum zeylanicum) und der Chinesische oder Cassia-Zimtbaum (Cinnamomum aromaticum). Beide gehören zur Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae).

Geschichte

Zimt gehört zu den ältesten Gewürzen der Menschen. Er soll schon im alten China zur Zeit des mythischen Kaisers Shen-nung (3. Jahrtausend v. Chr.) bekannt gewesen sein. Zimt gehört zu den Pflanzen, die die ägyptische Pharaonin Hatscheput durch eine große Expedition aus dem Land Punt bringen ließ.

Vorschaubild Zimtbaum

Zimtbaum: Blätter und Stamm eines Zimtbaums in den Gewächshäusern des Botanischen Gartens der Universität Ulm.

Ähnlich wie bei Pfeffer, Muskat und Gewürznelken, gab es im Mittelalter um den monopolartigen Besitz des Zimts heftige Auseinandersetzungen. Die arabischen Händler hatten die Herkunft des Zimtbaums lange geheimgehalten. Um 1536 eroberten die Portugiesen mit der Besetzung Zeylon das "Zimtmonopol".

130 Jahre später verloren sie ihr Monopol an die Holländer. Diese wurden 1796 von den Briten verdrängt, die das Zimtmonopol bis 1833 besaßen. Erst durch die Kultivierung des Zimtbaums auf Java durch die Holländer wurde das Monopol gebrochen.

Nutzung

Zur Zimtgewinnung werden die zarten inneren Rindenschichten genutzt. Etwa zweijährige Bäumchen werden abgeschlagen und durch einen Längs- und Rundschnitt entrindet. Die etwa ein Meter langen Rindenstücke lässt man über Nacht - in Matten eingeschlagen - fermentieren.

Am Tag darauf werden die äußeren Rindenschichten abgeschabt um an die die inneren Rindenschichten (Bast) zu gelangen, die den den stärksten Zimtgehalt aufweisen. Die abgeschabte Innenrinde (Kaneel) rollt sich dabei von zwei Seiten ein. Acht bis 10 Stücke Kaneel werden zu sogenannten Quills ineinander gesteckt und erst im Schatten, dann in der Sonne getrocknet. Dabei entsteht die charakteristische rotbraune Farbe.

Vorschaubild Rinde des Zimtbaums

Rinde des Zimtbaums: Zur Zimtgewinnung werden die zarten inneren Rindenschichten von etwa zweijährigen Zimtbäumchen genutzt.

Alle Teile des Zimtbaumes enthalten ein ätherisches Öl, das den Duft und den typischen Geschmack ausmacht. Es besteht hauptsächlich aus Zimtaldehyd (etwa zu 1,5 bis 3 Prozent enthalten) und ist wärme- und lichtempfindlich. Zimtöl wird aus unreifen getrockneten Früchten, Blüten, Rindenstücken und aus den Blättern des Cassia-Zimtbaums destilliert.

Vornehmlich werden zwei Zimtarten wirtschaftlich genutzt, der Ceylon-Zimt (Kaneel) und der Chinesische Zimt (Zimtcassie = Cassia-Zimt). Der Ceylon-Zimt ist in Europa wegen seines feineren Aromas beliebter, während der Cassia-Zimt wegen seines höheren Gehalts an ätherischen Ölen ein stärkeres Aroma hat.

Zimt wird in geschnittenen Stangen und als Zimtpulver gehandelt, er dient zum Würzen von Süßspeisen, Suppen, Heißgetränken und Backwaren. Zimt ist im Curry enthalten und neben Nelken das häufigst gebrauchte Gewürz in der Likörindustrie.

Dr. Cornelia Dziedzioch

nach oben nach oben