Faszination Regenwald

Bild Tropenholz

Tropenhölzer – edel und hart

Unter dem Begriff "Tropenholz" werden Hölzer zusammengefasst, die aus den tropischen und subtropischen Wäldern in Mittel- und Südamerika, Asien und Afrika stammen. Zu den bekanntesten Tropenhölzern zählen Mahagoni, Teak, Bangkirai und Meranti. Die große Nachfrage nach diesen Tropenhölzern und der damit verbundene massive Holzeinschlag führen dazu, dass die wertvollen Tropenhölzer heute oft nur noch selten zu finden sind. Deswegen rücken mehr und mehr andere, unbekanntere Tropenhölzer, sogenannte Substitutionshölzer, in den Blickpunkt wirtschaftlicher Interessen, wie zum Beispiel Macaranduba, Cumarú, Bintangor oder Kasai.

Was ist so edel an Tropenhölzern?

Da die Bäume in den Tropen beim Wachsen zum Licht nur wenige bis keine Äste ausbilden, sind ihre Stämme extrem gleichmäßig gewachsen und gwissermaßen "astrein". Im feuchten Klima der tropischen Regenwälder müssen sich Bäume ständig gegen unzählige Pilze und Parasiten wehren. Die Bäume lagern deshalb sehr viele Abwehrstoffe ein, die das Holz schützen und ihm die entsprechende Farbe und Härte verleihen. Das Holz wird dadurch dauerhaft haltbar, witterungsbeständig und widerstandsfähig.

Bild: Bangkirai

Bangkirai: Der mächtige Stamm von Shorea laevis aus der Familie der Flügelfruchtgewächse (Dipterocarpaceae). Das Holz von Shorea laevis wird unter dem Namen Bangkirai gehandelt (Indonesien, 2006).

Natürliche Dauerhaftigkeit

Schrecklich bürokratisch klingt der Begriff "natürliche Dauerhaftigkeit". Doch lassen sich mit ihm die Eigenschaften tropischer Hölzer gut darstellen. Die natürliche Dauerhaftigkeit beschreibt, wie widerstandsfähig ein Holz gegen Holz-zerstörende Pilze ist. Die Klassifizierung erfolgt anhand von Dauerhaftigkeitsklassen nach DIN EN 350-2 „Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz“. Darin werden fünf Klassen definiert, von sehr dauerhaft (Klasse 1) über dauerhaft (Klasse 2) bis nicht dauerhaft (Klasse 5):

  • Klasse 1, sehr dauerhaft: Robinie, Bilinga, Maobi, Macaranduba, Cumarú, asiatisches Teak (Teak aus Plantagenwirtschaft erreicht oft nur Klasse 3)
  • Klasse 2, dauerhaft: Edelkastanie, Eiche, Bongossi, Merbau, Wengé, Bankirai
  • Klasse 3, mäßig dauerhaft: Mahagoni, Kasai, Bintangor, Douglasie, Lärche, schwere Kiefernhölzer
  • Klasse 4, wenig dauerhaft: Fichte, Tanne, Ulme, Gelbes Meranti
  • Klasse 5, nicht dauerhaft: Linde, Buche, Birke, Esche, Weißes Meranti

Im Außenbereich verwendetes Holz muss besonders witterungsbeständig sein. Deswegen werden dafür häufig Hölzer der (sehr) dauerhaften Klassen 1 und 2 eingesetzt. Und das sind leider oft Tropenhölzer wie Bangkirai, Bongossi, Wengé oder Cumarú, die für Fußböden, Terrassendielen, Gartenmöbel, Fenster (Sapelli oder Meranti) oder auch im Wasserbau verwendet werden. Auch für Sperrholzplatten und Türen (Limba), Lärmschutzwände an Autobahnen, Betonverschalungen im Straßenbau (oft nur zum Einmalgebrauch) werden Tropenhölzer verwendet. Das muss nicht sein, denn es können andere Hölzer wie zum Beispiel die Robinie als Ersatz für Tropenhölzer eingesetzt werden.

Viele Tropenhölzer haben eine hohe Rohdichte

Sehr viele mechanische Eigenschaften von Hölzern, zum Beispiel die Festigkeit und Härte, sind verknüpft mit der Rohdichte. Die Rohdichte gibt das Verhältnis der Masse des Holzes zu seinem Volumen an, und sie hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel von der Porengröße des Holzes oder von dessen Feuchte. Um die Rohdichte von Hölzern vergleichen zu können, werden standardisierte Verfahren angewendet.

Nach DIN 68364 (2003-05) "Kennwerte von Holzarten – Rohdichte, Elastizitätsmodul und Festigkeiten" wird die Rohdichte bei einer Holzfeuchte von 12 bis 15 Prozent in Gramm pro Kubikzentimeter (g/cm³) angegeben. Je höher der Wert für die Rohdichte ist, desto schwerer ist das Holz, und desto besser sind seine mechanischen Eigenschaften. Die Rohdichte dient also zum Vergleich der mechanischen Eigenschaften von Holzarten untereinander. Es muss allerdings beachtet werden, dass die Rohdichte auch innerhalb einer Holzart schwanken kann.

Grafik: Rohdichte von Tropenhölzern

Rohdichte von Tropenhölzern (T) und einheimischen Hölzern: Die Grafik zeigt die Rohdichte (g/cm³) von Tropenhölzern (T) und einheimischen Hölzern bezogen auf eine Holzfeuchte von 12 bis 15 Prozent. Je höher der Wert desto schwerer ist das Holz und desto besser sind seine mechanischen Eigenschaften (Daten teilweise von PD Dr. Gerald Koch vom Institut für Holzbiologie und Holzschutz der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Hamburg).

Eisenholz

Nicht jedes Tropenholz hat eine hohe Rohdichte. So liegt die Rohdichte des Roten Meranti zwischen der von Fichte und Kiefer. Auch gibt es europäische Hölzer wie die Rotbuche, die eine höhere Rohdichte haben als Teak. Trotzdem gehören die Hölzer mit den höchsten Rohdichten und Werten von über 1,0 zu den Tropenhölzern. Weil diese Hölzer sehr schwer sind, werden sie auch als Eisenholz ("ironwood") bezeichnet.

Eines der Tropenhölzer mit hoher Rohdichte von 1,10 ist Cumarú. Die botanische Bezeichnung der Art ist Dipteryx odorata (Tonkabaum) aus der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae), und sie kommt vor in Mittelamerika bis in das nördliche Südamerika. Wegen seiner Härte ist das Holz nur sehr schwer zu bearbeiten.

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