Faszination Regenwald

Bild Nutzpflanzen

Die Tagua oder Steinnuss

Bei der Tagua handelt es sich um die Samen der Steinnusspalme (Phytelephas macrocarpa). Weil die Tagua Elfenbein sehr ähnlich sehen, werden die Steinnusspalmen auch Elfenbeinpalmen genannt. Diese Palmenart ist stammlos bzw. kurzstämmig und besitzt große, regelmäßig gefiederte Blätter.

Der kurze Stamm der Steinnusspalme ist schlank und rau mit einem Durchmesser von etwa 35 bis 40 Zentimeter. Die Palme kann aber auch stammlos auftreten. Die Krone trägt bis zu 20 fiederspaltige Blätter, die sechs Meter lang werden können und deren Fiedern einen Meter erreichen.

Die Steinnusspalme

Die Steinnusspalme (Phytelephas macrocarpa) wird botanisch in die Familie der Arecaceae (Palmen oder Palmengewächse) eingeordnet. Sie gehört zur Gattung der Phytelephas (griech. Phyton = Pflanze; elephas = Elefant), das sind die Steinnuss- oder Elfenbeinpalmen.

Die Wissenschaft unterscheidet sechs Phytelephas-Arten, die vorwiegend in Mittel- und Südamerika (Panama, Ecuador, Peru, Bolivien, Kolumbien, Venezuela) vorkommen.

Die Steinnusspalme wächst nur in Regenwaldgebieten, meist unter großen Bäumen, in der Uferregion von Flüssen oder an feuchten Berghängen bis zu einer Höhe von 1500 Metern. Sie wächst meist in Hainen, sogenannten "taguales" (Steinnusswälder), kommt aber auch einzeln vor. Einzelne Exemplare der Steinnusspalme können bis zu 100 Jahre alt werden.

Blüten und Fruchtstand

Nach etwa sechs Jahren blühen die Palmen zum ersten Mal. Der Blütenstand der selteneren männlichen Pflanze ist ein einfacher, fleischiger, zylindrischer Kolben. Sind die männlichen Blütenstände voll entwickelt, verströmen sie einen betäubenden Geruch im Wald.

Die weiblichen Pflanzen bilden fünf bis zehn herabhängende, schwere Fruchtballen (Mococha), in denen die Samen liegen. Die Fruchtballen benötigen sechs bis zwölf Monate zur Reife und können wegen ihres dicken verholzten Stiels nur mit einer Axt oder Machete geerntet werden.

Früchte und Samen

Anfangs sind die walnuss- bis hühnereigroßen Tagua weich und enthalten eine Flüssigkeit, die getrunken werden kann. Die reifenden Tagua werden steinhart (das Aushärten dauert mehrere Monate) und ähneln in ihrer Form, Farbe und Härte echtem Elfenbein, daher das Synonym "Elfenbeinnuss". Das pflanzliche (vegetabile) Elfenbein der Tagua ist seit 1826 im Handel.

Geschichte und Wirtschaft

Die Tagua kamen als Ballast für die von Amerika zurückkehrenden Schiffe nach Europa. Firmen entstanden, die aus dem vegetabilen Elfenbein Knöpfe herstellten. Die Nachfrage stieg: 1930 wurden 3500 Tonnen Tagua importiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg schwand die Nachfrage nach Taguas, weil synthetische Materialien auf den Markt kamen.

In den letzten Jahren stieg die Nachfrage nach Taguas wieder. Nicht zuletzt trägt unser stärkeres Umweltbewusstsein mehr und mehr dazu bei. Heute werden Schmuck und andere Ziergegenstände exportiert. Dadurch wird den Menschen in Mittel- und Südamerika ein höheres Einkommen gewährleistet.

Nutzung

Von der Steinnusspalme sind fast alle Pflanzenbestandteile verwertbar. Mit den Blättern können Hütten abgedeckt werden. Die Stämme lassen sich zu vielerlei Nutzgegenständen verarbeiten, und die Nuss ist in frischem Zustand weich und essbar. Aus dem essbaren Fruchtfleisch bereiten Einheimische gerne auch ein gegorenes Getränk "Chicha de Tagua".

Es heißt, dass früher aus der gehärteten Nuss Billardkugeln und Klaviertasten hergestellt wurden. Heute werden Schmuck- und Kunstgegenstände aus Tagua hergestellt: Tierfiguren, Dosen, Schlüsselanhänger, Haushalts- und Tischhelfer, Serviettenringe, Bildhalter, Stiftehalter, Schachspiele. Sehr schön wirken auch Einlegearbeiten.

Vorschaubild: Affe  Vorschaubild: Tölpel  Vorschaubild: Krokodil
TaguaGalerie

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