Faszination Regenwald

Bild Nutzpflanzen

Nutzpflanzen aus dem Regenwald

Neun von zehn Früchten, die bei uns gegessen werden, stammen ursprünglich aus tropischen Regenwäldern oder werden heute in den Tropen angebaut. Wirkstoffe von Pflanzen aus tropischen Regenwäldern finden sich heute in jedem vierten Medikament wieder. Grund genug für uns, eine Serie zu starten, in der wir wichtige tropische Nutzpflanzen vorstellen.

Dr. Cornelia Dziedzioch - sie ist Tropenökologin am Institut für Biodiversität in Regensburg - hat die Texte ausgearbeitet. Den Anfang macht die Banane eine der beliebtesten Früchte überhaupt. Weiter geht es mit der Vanille, die Geschmackstoff für Speiseeis, Pudding etc ist. Außerdem werden Ursprung, Geschichte und Besonderheiten von Zimt, Ingwer , Feige und der Tagua oder Steinnuss vorgestellt.

Vorschaubild Tropische Früchte

Tropische Früchte auf einem Markt in Cacao, Französisch-Guayana (2006): Die grünen Früchte auf der linken Seite sind Limonen, die roten heißen Rambutan-Früchte und sind eine Art Litchis.

Die tropischen Regenwälder beherbergen eine Fülle von nutzbaren Nahrungsmitteln, seien es Früchte oder auch Gemüse. Etwa 30.000 Pflanzenarten sind für den menschlichen Verzehr geeignet, 7.000 Arten sind im Verlauf der Geschichte als Nahrungsmittel angebaut worden. Eine enorme Vielfalt!

Und heute? Die Vielfalt ist weg! Neunzig Prozent der Weltproduktion an pflanzlichen Nahrungsmitteln werden von 20 Arten abgedeckt und 50 Prozent gar von nur drei Arten: Weizen, Reis und Mais. Diese Arten werden in riesigen Monokulturen angebaut und sind deshalb besonders anfällig für Krankheiten und Schädlingsbefall.

Aber auch bei Früchten gibt es ein starkes Missverhältnis: Ein Dutzend Fruchtsorten, wie Apfel, Birnen, Erdbeeren, dominieren die Produktion auf der Nordhalbkugel. Mindestens 3.000 weitere Arten stünden zur Verfügung, doch werden davon nur 200 genutzt.

Jalisco-Mais

Wildmais aus Jalisco (Bundesstaat im Westen Mexicos) ist ein schönes Beispiel dafür, warum sich Vielfalt "auszahlt". Für Maiszüchter war die Wildform ein regelrechter Glücksfall. Denn durch die Übertragung von Genen aus dem Wild- in den Zuchtmais konnte die Weltmaisproduktion im Gegenwert von mehreren Milliarden Dollar gesteigert werden.

Dabei wurde der Jalisco-Mais nur zufällig entdeckt. Er wuchs auf einer Fläche von gerade einmal zehn Hektar, die kurz vor der Brandrodung durch einen Kleinbauern stand.

Der Jalisco-Mais ist nur ein Beispiel für den Wert der Vielfalt. Und bestimmt gibt es noch viele weitere Beispiele für den Erfolg wild wachsender Arten, die sich im Laufe der Evolution behaupten konnten. Allerdings wird diese Erfolgsstory nun radikal beendet, da die Zerstörung der tropischen Regenwälder rasend schnell voranschreitet.

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