Faszination Regenwald

Bild Nutzpflanzen

Die Banane

Die Banane ist eine sechs bis neun Meter hohe Staude (kein Baum!) mit sehr großen, länglichen und ungeteilten Blättern, die bis zu sechs Meter lang und einen Meter breit werden können. Im Freiland erscheinen Bananen oft ein wenig zerrupft. Weshalb? Der Grund ist der, dass die großen Blätter einreißen, was ein Schutz vor Schäden durch zu starken Wind oder heftige Regenfälle ist.

Blüten

Die Bananenblüte gehört zu den Superlativen im Pflanzenreich. Der Blütenstand besteht aus einer bis zu einem Meter langen Achse, woran sich in Gruppen gelbliche Blüten entwickeln. Bestäuber können Fledermäuse, Flughunde, Kolibris und große Schwärmer sein.

Banane

Die Banane (wissenschaftlicher lateinischer Name: Musa, var. sapientum) gehört zur Familie der Bananengewächse (Musaceae). Zu dieser Familie gehören auch die beliebte Zierpflanze Strelitzie, sowie der "Baum der Reisenden".

Früchte

Bis eine Bananenpflanze blüht und Früchte trägt, dauert es ca. 14 bis 18 Monate. Die Früchte reifen in etwa drei Monaten. Während die Wildbanane relativ kleine samenreiche Früchte hervorbringt, enthält die größere Obstbanane keine Samen, sondern nur Reste der Samenanlagen – diese sind als schwärzliche kleine Punkte in der Banane noch zu erkennen. Unreife Früchte sind reich an Stärke, mit zunehmender Reife wird Stärke in Zucker umgewandelt.

Vorschaubild Bananenstauden

Bananenstauden: Bananenstauden auf einer Bananenplantage auf der Karibikinsel Martinique. An der Staude am rechten Bildrand sind deutlich die großen und eingerissenen Blätter zu sehen.

Herkunft und Geschichte

Die Kultivierung von Bananen kann bis in prähistorische Zeit verfolgt werden, sie ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ihren Ursprung hat die Banane im indomalayischen Raum. Araber brachten sie wahrscheinlich schon im ersten Jahrhundert nach Christus nach Afrika. Von dort gelangte die Banane mit den Portugiesen um 1500 auf die Kanarischen Inseln, Europa und nach Südamerika.

Das Wort "Banane" stammt aus dem Arabischen und bedeutet "Finger". Der schwedische Botaniker Carl von Linné (1707-1778) benannte die Pflanze nach dem römischen Arzt Antonius Musa (50 v. Chr.)

Wirtschaft

Die Banane ist das wichtigste Welthandelsprodukt hinter Weizen, Mais und Zucker. Wichtige Exportländer sind vor allem in Süd- und Mittelamerika zu finden, z.B. Costa Rica, Ecuador, Panama und Honduras.

Die Bananen werden in unreifem grünen Zustand geerntet und mit Kühlschiffen nach Europa transportiert. Im Verbraucherland angekommen, wird mit Erhöhung der Temperatur und Begasung mit Ethylen der Reifungsprozess eingeleitet.

Der Verbrauch an Obstbananen ist in den letzten Jahren in Deutschland stark gestiegen. Zum Beispiel werden allein auf dem Großmarkt in Frankfurt wöchentlich ca. 360 Tonnen umgesetzt. Der statistische jährliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland liegt bei 18 Kilogramm!

Nutzung

Es werden hauptsächlich drei Bananensorten genutzt: die Obstbanane, die Mehl- oder Kochbanane und die Textilbanane. Die Obstbanane wird frisch verzehrt, sie enthält ca. 70 Prozent Wasser, reichlich Kohlenhydrate in Form von Stärke und Zucker und geringe Mengen der Vitamine A, B und C. Teilweise wird mit ihr auch Likör und Bananenmark für Süßwaren produziert.

Die Kochbanane hat sehr hartes Fruchtfleisch, sie muss für den Verzehr gebraten, gekocht oder getrocknet werden. Im europäischen Handel spielt sie kaum eine Rolle, aber in den Erzeugerländern dient sie als Grundnahrungsmittel. Die Blätter der Banane dienen als Viehfutter, werden zum Bauen und Dachdecken verwendet, und die Blüten werden als Gemüse gekocht (Indien). In Afrika wird auch Bananenbier gebraut.

Die Textilbanane (Musa textilis) - der Manilahanf - wird auf den Philippinen angebaut. Die Fasern der Blätter werden zum Herstellen von Papier oder Tauen genutzt. Da diese Fasern sehr resistent gegen faulen im Süß- und Salzwasser sind, waren sie früher für die Herstellung von Schiffstauen sehr wichtig.

Dr. Cornelia Dziedzioch

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