Faszination Regenwald

Bild Ökosystem Regenwald

Ökosystem tropischer Regenwald

Viele Stoffkreisläufe und Lebensvorgänge spielen sich in tropischen Regenwäldern im Kronendach ab. Das Ökosystem tropischer Regenwald zeichnet sich aus durch die außerordentliche Vielfalt (Biodiversität) unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten. Im tropischen Regenwald dominiert die Farbe "grün". Das Ökosystem wird eindeutig von Bäumen dominiert, deren Biomasse und Produktivität immens groß sind. Sträucher und Kräuter findet man so gut wie gar nicht - zumindest nicht am Boden.

Die Dominanz der Bäume hat Folgen für das Ökosystem. Weil die Kronen der Bäume stockwerkartig (geschichtet) angeordnet sind, dringt gerade noch ein Prozent der ursprünglichen Sonnenstrahlung bis auf den Boden.

Reichtum an Arten, Armut an Individuen

Die Biodiversität in tropischen Regenwäldern wird begleitet von einem anderen Phänomen: Viele Arten weisen nur sehr geringe Individuenzahlen auf. Das heißt, eher findet man zwei Exemplare verschiedener Arten als zwei Exemplare derselben Art.

Der Regenwald – die grüne Lunge?

Häufig wird behauptet, die Regenwälder seien die grüne Lunge der Erde, indem sie Sauerstoff frei setzen (und gleichzeitig Kohlendioxid binden). Aber ein "alter", intakter Regenwald produziert genau so viel Sauerstoff (Photosynthese) wie er bei Atmungs- und Zersetzungsprozessen wieder verbraucht. Nur junge, wachsende Regenwälder setzen Sauerstoff in die Atmosphäre frei.

Epiphyten

Um der "Finsternis" auf dem Urwaldboden zu entgehen, müssen die Pflanzen nach oben, wo es keinen Lichtmangel mehr gibt. Was machen die Pflanzen also? Sie "setzen" sich auf andere Pflanzen, verwenden Bäume als Träger.

Daher ihr Name "Aufsitzerpflanzen" oder wissenschaftlich "Epiphyten". Sie wachsen überall, an Stämmen, auf Zweigen, auf Blättern. Jeder Quadratmillimeter des Ökosystems tropischer Regenwald scheint von ihnen besiedelt zu sein.

Der Platz an der Sonne bringt neue Probleme für die Epiphyten. Wie gelangen sie an Wasser und Nährstoffe? Ebenso vielfältig wie die Epiphyten selbst, sind auch deren elegante Lösungen für das Problem. Um nur zwei zu nennen: die Luftwurzeln der Orchideen und die Blatt-Trichter (zum Sammeln von Humus) der Bromelien.

Ökologie

Der Begriff Ökologie hat einen griechischen Ursprung und geht zurück auf oikos (Haus) und logos (Lehre). Der Wissenschaftler Ernst Haeckel hat im Jahr 1866 die Ökolgie als "die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt" definiert. Angelehnt an die Ökonomie, die (Haus-) Wirtschaftslehre, wird die Ökologie seither als der "Haushalt der Natur" verstanden.

nach oben nach oben