Faszination Regenwald

Bild Ökosystem Regenwald

Biomasse im tropischen Regenwald

Wie sieht die Verteilung von Tieren und Pflanzen in tropischen Regenwäldern aus? Wissenschaftler bestimmen dazu die tierische und pflanzliche Biomasse einer definierten Fläche tropischen Regenwalds um ein Verhältnis angeben zu können. Die Biomasse bezeichnet die Menge oder das Gewicht lebender Organismen bezogen auf eine Fläche oder ein Volumen.

Auf einem Hektar tropischen Regenwaldes findet man mehr als 1000 Tonnen pflanzlicher Biomasse, hauptsächlich Bäume. 980 Tonnen davon sind im Holz dieser Bäume "gespeichert", 20 Tonnen im wesentlichen in deren Blattmasse. Die Menge an toter Pflanzenmasse (verfaulende Reste umgefallener Bäume usw.) beträgt rund 100 Tonnen pro Hektar.

Bild Biomasse

Biomasse in tropischen Regenwäldern: Auf einem Hektar tropischen Regenwalds beträgt die pflanzliche lebende Biomasse etwa 1000 Tonnen. Die Menge an toter Pflanzenmasse beträgt rund 100 Tonnen pro Hektar. Geradezu winzig ist im Vergleich die tierische Biomasse: Gerade einmal 65 Kilogramm sind es oberirdisch und 165 Kilogramm im Boden

Im Vergleich dazu nimmt sich die tierische Biomasse auf der gleichen Fläche nahezu winzig aus: Gerade einmal 35 Kilogramm sind es oberirdisch (Insekten, Wirbeltiere usw.) und 165 Kilogramm sind es unterirdisch - in Form von Kleintieren und Mikroorganismen. Tiere spielen, rein mengenmäßig betrachtet, im tropischen Regenwald nur eine untergeordnete Rolle. Wer sie beobachten möchte, muss oftmals viel Geduld aufbringen.

Biomasse auf der Erde

Israelische Wissenschaftler haben eine Bestandsaufnahme der auf der Erde vorhandenen Biomasse vorgenommen (Yinon M. Bar-On et al., The biomass distribution on Earth, PNAS, May 2018). Demnach gibt es auf der Erde 550 Milliarden Tonnen Biomasse, wovon etwa 80 Prozent pflanzlicher Natur und 15 Prozent bakterieller Herkunft sind. Weniger als 10 Prozent der Biomasse der Erde entfallen auf Pilze und Tiere, der Mensch bringt es auf 0,01 Prozent Biomasse.

Die afrikanischen Savannen

Völlig andere Verhältnisse findet man in den afrikanischen Savannen. Dort kann die tierische die pflanzliche Biomasse sogar übertreffen, man denke nur an die großen Zebra-, Gnu- oder Elefantenherden.

Wie produktiv sind tropische Regenwälder?

Pflanzen nehmen Energie in Form von Sonnenstrahlung auf und wandeln diese in Biomasse um. Die Geschwindigkeit, mit der Biomasse hergestellt wird, heißt Produktivität und wird in Substanz pro Flächeneinheit und Zeit ausgedrückt.

Vorschaubild Produktivität

Produktivität tropischer Regenwälder im Vergleich mit anderen Ökosystemen: Die Produktion, also die Umwandlung von Sonnenenergie in Biomasse, ist in den tropischen Regenwäldern weitaus am größten. Auch vom Menschen kultivierte Anbaugebiete, die mit Maschinen bearbeitet und großzügig mit Nährstoffen versorgt werden (Düngung), erreichen keinesfalls die Produktivität intakter Regenwälder.

Die Produktivität hängt von zwei wichtigen Faktoren ab: Temperatur und Niederschlag. Warme und feuchte Gebiete haben eine größere Produktivität als trockene und kühle Regionen. In den tropischen Regenwäldern ist die Produktivität am größten.

nach oben nach oben