Faszination Regenwald

Bild Regenwald

Welche Regenwald-Typen gibt es?

Mit 66 Prozent werden mehr als zwei Drittel der tropischen Regenwälder in den drei großen Regenwaldregionen (Amazonien, Kongo-Becken und Südost-Asien) als dauerfeuchte Tieflandregenwälder eingestuft, das sind die tropischen Regenwälder im klassischen Sinn. Der Begriff "tropischer Regenwald" umfasst nicht nur diese klassischen, dauerfeuchten Tieflandregenwälder, sondern viele andere Wälder wie zum Beispiel tropische Trockenwälder, Überschwemmungs- oder Auenwälder (einschließlich Mangrovenwälder) sowie Mosaikwälder. Letztere sind eine Mischung aus Wald und anderem Land, in dem die Waldstücke zerstückelt und schwierig zu klassifizieren sind.

Knapp zehn Prozent der Wälder in den drei großen Regenwaldregionen der Erde werden klassifiziert als tropische Trockenwälder und fünf Prozent als Überschwemmungs- oder Auenwälder. Rund ein Fünftel werden als Mosaikwälder eingestuft (The State of Forests in the Amazon Basin, Congo Basin and Southeast Asia, FAO 2011).

Abbildung: Verteilung der Regenwald-Typen

Verteilung der Regenwald-Typen in den drei großen Regenwaldregionen: Die Abbildung zeigt den Anteil dauerfeuchter, tropischer Tieflandregenwälder, tropischer Trockenwälder, Überschwemmungs- oder Auenwälder (eingeschlossen Mangrovenwälder) und Mosaikwälder in den drei großen Regenwaldregionen Amazonien, Kongo-Becken und Südost-Asien (Daten: The State of Forests in the Amazon Basin, Congo Basin and Southeast Asia, FAO, 2011).

Einteilung tropischer Regenwälder anhand der Regenmengen

Tropische Regenwälder können anhand der Regenmengen eingeteilt werden. Sinken diese unter 2000 Millimeter pro Jahr, können sich in der Regel keine dauerfeuchten Regenwälder bilden. Welche Vegetationsformen gibt es noch im Bereich der Tropen? Anhand der Anzahl der feuchten Monate im Jahr wird folgende Einteilung vorgenommen:

  • Immergrüne tropische Feuchtwälder: mehr als 9½ feuchte Monate pro Jahr. Das sind die klassischen, dauerfeuchten tropischen Regenwälder. Diese Regenwälder sind immergrün, das heißt, es gibt keine Jahreszeit, in der alle Bäume gleichzeitig ihre Blätter abwerfen. Sie kommen vor allem in den inneren Tropen 10° nördlich und südlich des Äquators vor. Hauptverbreitungsgebiete sind die drei großen Regenwaldregionen.
  • Laubwerfende regengrüne Feuchtwälder : 9½ bis 7 feuchte Monate pro Jahr. Laubfall tritt meist nur in sehr trockenen Jahren auf. Während normaler Jahre mit 4-5 monatiger Trockenzeit beschränkt sich der Laubfall meist auf die Kronen mancher (Wasserstress nimmt mit der Baumhöhe zu) größerer Bäume. Laubwerfende regengrüne Feuchtwälder werden auch als saisonale oder halbimmergrüne Regenwälder bezeichnet.
  • Laubwerfende regengrüne Trockenwälder: 7 bis 4 ½ feuchte Monate pro Jahr. Diese, auch saisonaler Trockenwald genannte Vegetationsform, kann entstehen, wenn die Trockenzeit 5 bis 7 Monate dauert.
  • Savannen: 4½ bis 2 feuchte Monate pro Jahr. Nimmt die Niederschlagsmenge bei gleichzeitig größer werdender Sommerhitze weiterhin ab, kann sich Wald nur noch an gut wasserversorgten Standorten (Flussränder) halten, ansonsten stellt sich die typische Savannenvegetation ein.
  • Halbwüsten und Wüsten: weniger als 2 feuchte Monate pro Jahr. Im Bereich der Wendekreise wird die Sommerhitze durch die absinkenden Luftmassen aus den inneren Tropen verstärkt. In der Folge kann Savannenvegetation nicht mehr existieren. Die anhaltenden Hochdruckwetterlagen verschieben das Verhältnis aus Niederschlag und Verdunstung so sehr zu gunsten der Verdunstung, dass sich Halbwüsten oder Wüsten bilden.

Mit zunehmendem Abstand vom Äquator werden Jahreszeiten ausgeprägter, die Anzahl trockener Monate im Jahr steigt, und mehr Wasser verdunstet als es regnet.

Zwergenwälder

Beim Aufstieg in das tropische Bergland geht der Tieflandregenwald in einen Bergregenwald über, in dem die Bäume nicht mehr die imposanten Höhen erreichen wie im Tiefland. Dafür nimmt der Bewuchs mit Aufsitzerpflanzen (hauptsächlich Moose und Farne) deutlich zu und die Zahl freihängender Klettergehölze (zum Beispiel Lianen) ab. Extrem niedrig wachsende Bergregenwälder werden auch als Zwergenwälder bezeichnet. Ihre Bäume erreichen Höhen von maximal zehn Metern.

Was sind Primärwälder?

Weitgehend unberührte Wälder werden als Primärwälder bezeichnet. Sie setzten sich zusammen aus einheimischen Arten. In Primärwäldern laufen die natürlichen ökologischen Prozesse ungestört ab, es gibt keine deutlich sichtbaren Anzeichen für menschliche Aktivitäten. Die tropischen Regenwälder in den drei großen Regenwaldregionen (Amazonien in Südamerika, das Kongo-Becken in Afrika und Südost-Asien) umfassen mehr als die Hälfte aller weltweit vorkommenden Primärwälder, es sind die artenreichsten und vielfältigsten terrestrischen Ökosysteme der Erde. Wie die folgende Abbildung zeigt, gibt es allerdings große Unterschiede zwischen den drei Regenwaldregionen was die Vorkommen von Primärwäldern betrifft.

Abbildung: Regenwaldverteilung Amazonien, Kongo, Asien

Primärwälder in den drei großen Regenwaldregionen: Die Abbildung zeigt den Anteil der Primärwälder am gesamten Waldbestand in den drei großen Regenwaldregionen (Amazonien in Südamerika, das Kongo-Becken in Afrika und Südost-Asien). Andere natürlich regenerierte Wälder sind Wälder, die vom Menschen genutzt werden aber noch nicht völlig zerstört wurden (Daten: The State of Forests in the Amazon Basin, Congo Basin and Southeast Asia, FAO, 2011).

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