Faszination Regenwald

Bild Regenwald

Merkmale tropischer Regenwälder

Im tropischen Regenwald fallen die großen, bis zu 60 Meter hohen Bäume auf. Die Stämme dieser Urwaldriesen tragen im unteren Bereich keine Äste, sondern sie verzweigen sich erst in großer Höhe zu riesigen, oftmals abgeflachten Baumkronen. Weil auch die größten Bäume nicht sehr tief im Boden wurzeln, bilden die Stämme stabilisierende Stelz-, Stütz- und Brettwurzeln aus.

Das Vorkommen verholzter Kletterpflanzen und der dichte Bewuchs von Bäumen mit Aufsitzerpflanzen (Epiphyten) sind neben den Stelz-, Stütz- und Brettwurzeln weitere Merkmale, die als spezifisch für tropische Regenwälder angegeben werden. Diese Merkmale treten aber auch bei Wäldern der gemäßigten Breiten auf und sind deshalb kein Alleinstellungsmerkmal tropischer Regenwälder.

Bild: Vergleich Regenwälder

Einheimische und tropische Kletterpflanzen ein Vergleich: Dichten Bewuchs mit Kletterpflanzen gibt es nicht nur bei Bäumen in tropischen Regenwäldern (links, Tieflandregenwald in Französisch-Guayana) sondern auch in Europa. Rechts: Ein Efeu "klettert" an einer Eiche nach oben (Laubmischwald bei Ulm).

Es gibt aber einige wenige allgemeingültige Merkmale, die charakteristisch sind für die klassischen, dauerfeuchten tropischen Regenwälder:

  • Viel Regen, wenig schwankende Temperaturen und keine Jahreszeiten.
  • Viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Zum Beispiel finden sich auf einem Hektar tropischen Regenwalds bis zu 500 Baumarten, während es in unseren heimischen Laubmischwäldern meist nur wenige Arten (Eiche, Buche etc.) sind.
  • Die Vegetation ist wie bei einem Haus in Stockwerke eingeteilt: Von unten nach oben lassen sich vier bis fünf übereinanderliegende Schichten (Stockwerke) zählen. In unseren gemäßigten Zonen sind es maximal drei.
  • Lianen gibt es nur in tropischen Regenwäldern. Die bis zu 300 Meter lang werdenden holzigen Gewächse wurzeln zwar im Boden, ihre Kronen erstrecken sich jedoch häufig bis in das Blätterdach des Regenwalds, denn dort ist es heller als am Boden.
  • Überdauerungsformen (Speicherorgane) wie zum Beispiel Zwiebeln oder Knollen fehlen. Diese Organe sichern den Pflanzen in mittleren Breiten das Überleben während der kalten Jahreszeit.
Bild: Brettwurzeln 1 Bild: Brettwurzeln 2

Brettwurzeln geben Stabilität (Französisch-Guayana, 2004): Große Stütz- oder Brettwurzeln geben den nicht sehr tief im Boden wurzelnden Bäumen in tropischen Regenwäldern den notwendigen Halt. Wie Flügel sind die "Bretter" um den Stamm gruppiert.

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