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12. Februar 2015

"Forest 500" – die Helden und Schurken der Abholzung

Heute werden die meisten Regenwälder vernichtet für eine Hand voll weltweit gehandelter Produkte – Palmöl, Soja, Rindfleisch, Leder, Holz und Papier. Vom Produzenten, über zahlreiche Verarbeiter bis hin zum Händler durchlaufen diese "Waldrisiko-Rohstoffe" lange und komplizierte Lieferketten um schließlich als Bestandteil von mehr als 50 Prozent aller verpackten Waren in unseren Supermärkten zu landen. Zusammen haben sie einen jährlichen Handelswert von mehr als 100 Milliarden US-Dollar.

Die britische Nichtregierungsorganisationein Global Canopy Programme (GCP) ist eine Denkfabrik, ein Zusammenschluss von 37 Forschungseinrichtungen in 19 Ländern auf der ganzen Welt, die seit 2001 aktiv ist. Mit "Forest 500" hat GCP ein Programm gestartet, mit dem erstmals der Beitrag von Unternehmen und Organisationen zum Regenwaldschutz identifiziert werden kann. GCP hat zu diesem Zweck 500 sogenannte Global Player augewählt, die für die komplexen Lieferketten verantwortlich oder daran beteiligt sind. Zu diesen Global Playern gehören 250 Unternehmen mit einem Gesamtjahresumsatz von 4,5 Billionen US-Dollar, 150 Investoren und Kreditgeber, 50 Länder und Regionen und 50 andere auf diesem Gebiet einflussreiche Akteure.

Das GCP hat mittels präziser Methodik 40.000 Datensätze aus öffentlichen und privaten Quellen ausgewertet und daraus eine Art Ranking erstellt. Berücksichtigt wurde eine eine Reihe von Faktoren, wie zum Beispiel Berichtswesen und Transparenz, Arbeitsabläufe, Rohstoffpolitik und allgemeine Waldrichtlinien. Aus dem Ranking lässt sich ableiten, wie effektiv die Global Player sich diese gegen die Zerstörung und für den Erhalt der tropischen Regenwälder einsetzen. Je weiter oben sich ein Global Player im Ranking findet, desto besser. Der Kampf gegen den Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, in den die Global Player mit ihren selbstauferlegten Richtlinien und Regeln eingebunden werden müssen – Regenwaldschutz ist effizienter Klimaschutz, für den alle an einem Strang ziehen müssen.

Ergebnisse

Nur sieben von 250 Unternehmen haben die maximal mögliche Punktzahl erreicht und stehen somit im Ranking ganz oben. Dazu gehören die Danone-Gruppe (Frankreich), Kao Corp. (Japan), Nestle SA (Schweiz), Procter & Gamble (USA) und die Reckitt-Benckiser-Gruppe (UK), Unilever (UK) und aus dem Bankensektor der Finanzdienstleister HSBC (UK). Ohne Punkte stehen am anderen Ende des Rankings 30 Unternehmen, viele davon aus Asien und dem Nahen Osten, sowie zahlreiche Investoren.

Von Ländern mit eigenem Anteil an tropischen Regenwäldern erhielten lateinamerikanische Länder, wie zum Beispiel Kolumbien, Brasilien und Peru, viele Punkte und damit einen Platz im oberen Bereich des Rankings. Von den Ländern, die Waldrisiko-Rohstoffe importieren, liegen die Niederlande und Deutschland oben im Ranking.

Alle Ergebnisse und Analysen auf der Webseite von Forest 500.

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